JU-Chef Kuban wirft CDU-Führung schwere Versäumnisse vor

Tilman Kuban, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende der Jungen Union, Tilman Kuban, hat der CDU-Führung um Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer schwere Versäumnisse vorgeworfen. "In der CDU auf Bundesebene hat im Wahlkampf einiges nicht so funktioniert, wie man es sich gewünscht hätte. Das ist unumstritten", sagte Kuban der "Welt" (Freitagsausgabe).

"Die Schuld dafür der JU zu geben, ist nicht in Ordnung. Im Konrad-Adenauer-Haus ist noch Luft nach oben." Kuban forderte die CDU-Führung auf, Debatten mit Youtubern auf deren Plattformen zu führen. "Man muss erkennen, dass eine Diskussion für Youtuber auf deren Plattform stattfindet und nicht im Adenauer-Haus. Also muss man auch auf diesen Plattformen präsent sein und auf diesen Plattformen antworten." Die CDU hatte den Youtuber Rezo zum Gespräch eingeladen, bisher aber keine Antwort erhalten. Insgesamt verlangte Kuban mehr Sensibilität der Spitze für die Jugend und deren Art zu kommunizieren. "Wir müssen vor allem unser Spitzenpersonal dafür sensibilisieren, was da passiert." Gefragt seien Antworten auf die Themen etwa der "Fridays for Future"-Bewegung. "Bei `Fridays for Future` müssen wir inhaltliche Antworten geben und mit den Demonstranten ins Gespräch kommen. Wir müssen uns auch dann mit den Inhalten auseinandersetzen, wenn uns die Formate, in denen sie präsentiert werden, nicht gefallen oder wir wie im Fall der Schulpflicht Bedenken haben." Kuban verteidigte sich auch gegen den Vorwurf, dass die JU selbst nichts zu Rezos Video zu sagen gehabt hätte. "Wir haben sehr wohl die Entwicklung erkannt." Das geplante Video des JU-Mitglieds Philipp Amthor als Reaktion auf Rezo wurde aber von der CDU dann nicht veröffentlicht. "Als wir Mittwochnacht die Info erhielten, dass das Video nicht veröffentlicht wird, war es für eine eigene Reaktion längst zu spät", kritisierte Kuban. "In Zukunft müssen wir als CDU da schneller sein, und im Zweifel wird die JU da nicht warten", warnte Kuban die Parteiführung.

Foto: Tilman Kuban, über dts Nachrichtenagentur