Unionsfraktionschef will Kurswechsel bei Klimapolitik

Ralph Brinkhaus, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Ralph Brinkhaus (CDU), fordert einen Kurswechsel in der Klimapolitik. "Ich denke, wir haben im Bereich Umwelt bisher sehr viel von Verboten, Vorschriften und regenerativer Energie geredet", sagte Brinkhaus dem "Handelsblatt" (Freitagsausgabe). Als "Land der Ingenieure" solle man zukünftig "mehr auf technologische Lösungen setzen", so der Unionsfraktionschef weiter.

Dazu gehöre Technologieoffenheit. "Die ausschließliche Fixierung nur auf eine Antriebsart wie Elektromobilität bringt uns nicht weiter", so der CDU-Politiker. Nötig seien auch "Wasserstoff, synthetische Kraftstoffe und moderne, schadstoffarme Dieselmotoren, für die es auch noch Anwendung geben wird". Brinkhaus forderte zunächst Eigenverantwortung der Bürger, bevor der Staat abschließend über "eine CO2-Bepreisung in irgendeiner Form" entscheide. "Ich muss mich doch zuerst selbst fragen: Wo geht meine nächste Urlaubsreise hin? Kann ich statt mit dem Flugzeug mit der Bahn, statt mit dem Auto mit dem Fahrrad fahren? Kann ich trotzdem notwendige Fahrten auch mit einem Elektroauto erledigen? Muss die Wohnung so hoch geheizt werden? Kann ich das Licht auch mal ausschalten? Muss ich im Winter Erdbeeren aus Südafrika essen?", so der Unionsfraktionschef. Der Staat müsse zwar die Rahmenbedingungen setzen. "Aber letztlich muss sich auch jeder selbst fragen, wie er seinen persönlichen Beitrag leisten kann", sagte Brinkhaus dem "Handelsblatt". Zudem fordere er, in der Klimapolitik "globaler" zu denken. Es sei etwa sinnvoll, in Afrika in Klimapolitik zu investieren. "Denn dort Strom aus Erneuerbaren Energien zu produzieren, der dann auch nach Europa exportiert werden kann, ist auch aktive Entwicklungspolitik", so der CDU-Politiker weiter.

Foto: Ralph Brinkhaus, über dts Nachrichtenagentur