Teure Reservekraftwerke mussten noch nie eingeschaltet werden

Strommast, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die deutsche Stromversorgung ist in den vergangenen Jahren so konstant gewesen, dass keines der Kraftwerke angeschaltet werden musste, die als Sicherheitsreserve vorgehalten werden. Das geht aus der Antwort des Bundeswirtschaftsministeriums auf eine Grünen-Anfrage hervor, über die der "Spiegel" in seiner neuen Ausgabe berichtet. Seit dem Jahr 2016 sind fünf Braunkohlekraftwerke, etwa im rheinischen Niederaußem, Jänschwalde in der Lausitz oder Buschhaus bei Helmstedt, zwar ganz oder teilweise stillgelegt, werden aber weiter einsatzbereit gehalten.

Sie sollen einspringen, wenn nicht genügend Wind weht und Sonne scheint oder andere Störungen im Elektrizitätsnetz auftreten. Als Vergütung bekommen die Betreiber rund 1,6 Milliarden Euro, die als Gebühr auf die Strompreise umgeschlagen werden. "Die Methusalem-Kraftwerke sind für die Versorgungssicherheit in Deutschland so notwendig wie Postkutschen für die Zustellung von E-Mails", kritisierte der Grünen-Energieexperte Oliver Krischer.

Foto: Strommast, über dts Nachrichtenagentur