Bildungsstaatssekretär verteidigt Batteriefabrik-Vergabe nach Münster

Münster (Westfalen), über dts Nachrichtenagentur

Bonn (dts Nachrichtenagentur) – Der Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Dieter Lukas, hat die Vergabe des Zentrums für Batterieforschung nach Münster verteidigt. "Wir haben das nach den besten Spielregeln gemacht", sagte Lukas der Wochenzeitung "Die Zeit". Man brauche ein "Grundvertrauen in staatliche Organisationen" und man brauche "auch eine harte Kontrolle".

Gleiches gelte für die Wissenschaft: "Auch da müssen wir Vertrauen haben, denn es gibt einige Menschen und Organisationen, die das Vertrauen in die staatlichen Instanzen und gleichzeitig in die Wissenschaft untergraben", so der Bildungsstaatssekretär weiter. Die stellvertretende Vorsitzende der Linken-Bundestagsfraktion, Petra Sitte, sieht im Verhältnis von Wissenschaft und Wirtschaft in Deutschland ein Problem der Abhängigkeit. Solche Kooperationen zwischen Forschern und Unternehmen seien für sie "nicht per se schlimm", sie lägen "in naturwissenschaftlich-technischen Disziplinen ja sogar auf der Hand", sagte Sitte. Sie forderte aber umfassende Transparenz: "Wir brauchen ein Register über alle Studien, die gemacht werden, und sie müssen zugänglich sein", so die Linken-Politikerin weiter. Die Leiterin der Bayer Foundation, Monika Lessl, erklärte dazu: "Wir sind dabei, zu überlegen, dass wir alle Kooperationen transparent machen." Auf die Frage, ob sich Universitäten in politischen Fragen mehr einbringen sollten, sagte der MLP-Chef Uwe Schroeder-Wildberg: "Mehr geht immer, aber man kann genauso die Frage stellen, ob sich die Wirtschaft mehr einmischen sollte". Wissenschaft sei eine "tragende Säule unserer Gesellschaft, genau wie die Politik und die Wirtschaft", so der MLP-Chef weiter. Man sei "gemeinsam gefordert", sich immer wieder einzubringen, "auch wenn es manchmal mühsam ist. Es nützt nichts, wenn die Wirtschaft in sich ist oder die Wissenschaft unter sich bleibt, dann dient sie unserer Gesellschaft nur eingeschränkt", sagte Schroeder-Wildberg der Wochenzeitung "Die Zeit".

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