Merz bedauert Wortwahl seiner Regierungskritik

Scholz, Merkel und Seehofer mit Koalitionsvertrag 2018-2021, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – CDU-Politiker Friedrich Merz hat die Wortwahl seiner scharfen Regierungskritik im Vorfeld des CDU-Parteitages bedauert. "Ich habe gesagt: Es kann so nicht weitergehen. Da ging es vor allem um das Erscheinungsbild der Regierung mit Blick auf die Niederlagen bei Europa- und Landtagswahlen und die quälende Debatte um die Grundrente. Das war nie eine Fundamentalkritik an der Regierung", sagte Merz dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Dienstagsausgaben).

Auf die Frage, ob das Wort "grottenschlecht" als Zuschreibung zu hart gewesen sei, antwortete der Christdemokrat: "Es hat den Sachverhalt, den ich ansprechen wollte, nicht genau genug getroffen. Ich würde es heute anders formulieren." Die CDU dürfe nie den Eindruck entstehen lassen, untereinander illoyal zu sein, so Merz weiter. "Wenn ein solcher Eindruck von mir ausgehen würde, dann würde ich zu jedem Zeitpunkt alles dafür tun, um dieses Bild wieder geradezurücken." Merz gab zu, dass er sich geschmeichelt fühle, als möglicher Kanzlerkandidat zu gelten. "Ich wäre unehrlich, wenn ich sagen würde, dass mich das nicht freut. Aber es wundert mich auch ein wenig, dass dies über jemanden gesagt wird, der seit zehn Jahren nicht mehr in der Politik aktiv ist. Das zeigt, dass wir in Deutschland offensichtlich einen gewissen Nachholbedarf an politischen Führungspersönlichkeiten haben", sagte er. "Die Unsicherheiten werden weltweit größer. Die Menschen suchen deshalb nach Personen, denen sie Führung zutrauen."

Foto: Scholz, Merkel und Seehofer mit Koalitionsvertrag 2018-2021, über dts Nachrichtenagentur