Heil verteidigt langsame Lockerung von Corona-Maßnahmen

Hubertus Heil, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat Kritik aus Wirtschaft und Opposition zurückgewiesen, die Corona-Maßnahmen würden zu langsam gelockert. "Wir sind noch in der Akutphase. Schießen die Infektionszahlen wieder hoch, wäre das gesundheitlich und wirtschaftlich das Schlimmste, was uns passieren kann", sagte Heil der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Man dürfe "noch keine Entwarnung geben". Man müsse Katastrophen "wie in Italien, Frankreich oder New York vermeiden. Denn das würde auch zu wirtschaftlichen Rückschlägen ungeahnten Ausmaßes führen", so der SPD-Politiker weiter. Bund und Länder hatten sich am Mittwoch auf einen Fahrplan geeinigt, der die Öffnung erster Geschäfte ab kommendem Montag vorsieht. Großflächige Läden sowie Restaurants und Bars bleiben bis auf Weiteres geschlossen. Vertreter von FDP und AfD und von Wirtschaftsverbänden gehen die Lockerungen nicht weit genug. "Ich kann die Ungeduld vieler Menschen verstehen", sagte Heil. Der Weg, den Bund und Länder gemeinsam vereinbart haben, sei aber richtig. "Wir tun alles, um noch in diesem Jahr eine Trendwende zu schaffen, sodass die Wirtschaft wieder durchstarten kann", so der Arbeitsminister weiter. In einzelnen Wirtschaftsbereichen – etwa der Automobilindustrie – laufe die Produktion schon wieder an. "Sobald die Akutphase überstanden ist, wird es weitere Lockerungen geben, und die Bundesregierung wird den Neustart der Wirtschaft mit konjunkturellen Maßnahmen unterstützen", so der SPD-Politiker. Er bezeichnete die Corona-Pandemie als "eine Menschheitsaufgabe". Staaten, die das Virus nicht ernst genommen hätten, seien längst eingeholt worden. "Der Schutz von Leib und Leben steht im Vordergrund", sagte Heil der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Man tue "alles, um Brücken zu bauen und Jobs zu sichern, wo immer es geht, etwa mit dem massiv erleichterten Zugang zur Kurzarbeit". Dies helfe dabei, "Millionen Arbeitsplätze zu sichern", so der Arbeitsminister.

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