Grüne fordern Lohnersatz für pflegende Angehörige

Euromünzen, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Bundestagsfraktion der Grünen fordert die Einführung einer Lohnersatzzahlung für pflegende Angehörige – analog zur gesetzlichen Regelung für Eltern, die Kinder betreuen. Das berichtet "Zeit-Online". Diese Lohnfortzahlung soll demnach bis zu sechs Wochen lang gewährt werden, wenn in einer epidemischen Lage nationaler Tragweite keine Betreuungsmöglichkeit verfügbar ist.

Dazu bringen die Grünen am Donnerstag einen Antrag in den Bundestag ein. Die Änderung könnte 4,7 Millionen pflegende Angehörige in Deutschland betreffen, diese stehen aktuell vor akuten Problemen, weil Tagespflegen und Therapien entfallen. Viele pflegende Angehörige müssen deshalb in unbezahlten Urlaub gehen, um die Pflege aufrechterhalten zu können. Kordula Schulz-Asche, pflegepolitische Sprecherin der Grünen, sprach gegenüber "Zeit-Online" davon, dass sie eine Lohnersatzleistung für Menschen fordert, "die ihre berufliche Tätigkeit pausieren, um sich um andere Menschen zu kümmern". Außerdem fordern die Grünen in dem Antrag eine Verdopplung des Entlastungsbetrags, um es Menschen zu erleichtern Hol-, Bring- und Lieferdienste zu nutzen und damit die Ansteckungsgefahr für Risikogruppen zu verkleinern. Darüber hinaus soll ein zentrales, digitales Register entstehen, damit "Menschen vorhandene Unterstützungsangebote schneller finden können". Der Bundestag berät am Donnerstag in erster Lesung den Entwurf von CDU/CSU und SPD für ein zweites Gesetz "zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite" und wird dabei auch über den Antrag der Grünen debattieren.

Foto: Euromünzen, über dts Nachrichtenagentur