Lauterbach kritisiert Spanien: "Risikobereite Touristen eingeladen"

Madrid, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach ist angesichts der neuen Coronavirus-Welle in Spanien nicht überrascht. "Spanien hatte einen massiven Lockdown und hat dann sehr viel Tourismus zugelassen", sagte er dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Sonntagausgaben). Dabei seien Touristen "in der heutigen Zeit risikobereiter als andere", das gelte insbesondere für junge Menschen.

"Spanien hat die risikobereiten Touristen zu sich eingeladen", sagte Lauterbach. Insofern dürfe man sich über die Folgen nicht wundern. Die jetzt vom Auswärtigen Amt für fast ganz Spanien mit Ausnahme der Kanarischen Inseln ausgesprochene Reisewarnung sei daher ebenso richtig wie geplante Tests oder etwaige Quarantäne für Rückkehrer von dort. "Man hätte damit nicht länger warten dürfen." Der SPD-Politiker betonte: "Ich würde persönlich keinen Urlaub in Spanien machen. Ich hoffe, dass die Spanier das hinbekommen." Im Übrigen seien die jetzt auftretenden zweiten Wellen in Spanien und anderen Ländern "keine Überraschung", so Lauterbach. "Zweite Wellen sind die Regel und nicht die Ausnahme." Deshalb fühle er sich in seinen zuweilen kritisierten Warnungen bestätigt. Zuvor hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Reisewarnung verteidigt. "Das ist kein Reiseverbot, aber die klare Ansage: Wer aus dem Spanienurlaub kommt, muss in Quarantäne, solange er kein negatives Testergebnis hat", sagte er der "Bild am Sonntag". "Und wer trotz der Warnung nach Spanien fährt, sollte sich und andere auch im Urlaub schützen. Partyurlaub ist in dieser Pandemie unverantwortlich." Er wisse, was diese Entscheidung der Regierung für viele Urlauber, für Reisebüros oder auch für Spanien bedeute, sagte Spahn weiter. "Aber leider steigen die Infektionszahlen dort stark, zu stark."

Foto: Madrid, über dts Nachrichtenagentur