Sachsen-Anhalt muss Millionen für Heimplätze zuschießen

Senioren mit Rollstuhl, über dts Nachrichtenagentur

Magdeburg (dts Nachrichtenagentur) – Weil Bürger in Sachsen-Anhalt aufgrund von Preissteigerungen in Heimen immer öfter Pflegeplätze nicht mehr bezahlen können, muss zunehmend das Land mit Sozialhilfe einspringen. Das geht aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, welche die Linksfraktion im Bundestag erfragt hatte, und über die die "Mitteldeutsche Zeitung" berichtet. Demnach stiegen die jährlichen Landeszuschüsse in den Jahren 2017 bis 2019 von 39 Millionen auf 57 Millionen Euro.

Damit wuchs dieser Teil dieser Sozialhilfe in nur zwei Jahren um 69 Prozent. "Für die faktische Tatenlosigkeit von Bund und Land bei der Kostenexplosion in der Pflege werden Bürger und Kommunen zur Kasse gebeten", sagte Linksfraktionschef Dietmar Bartsch der Zeitung. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) müsse endlich handeln, um die Bürger bei den "horrenden Pflegekosten" zu entlasten. Die Kosten für Pflegeplätze steigen in Deutschland seit Jahren. In Sachsen-Anhalt beträgt der Eigenanteil für Heimbewohner im Schnitt monatlich 1.436 Euro – im Vorjahr waren es noch rund 300 Euro weniger, rechnet der Verband der Ersatzkassen (VDEK). Ursache dieses rasanten Kostenanstiegs sei die höhere Entlohnung des Heimpersonals: Das sogenannte Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes von 2019 soll Tarifabschlüsse erleichtern und Beschäftigten in der Pflege höhere Löhne einbringen.

Foto: Senioren mit Rollstuhl, über dts Nachrichtenagentur