Umweltministerin will 75 Prozent erneuerbare Energien bis 2030

Windräder, über dts Nachrichtenagentur

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) fordert höhere Ausbauziele für erneuerbare Energien in der kommenden Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. "Wir trauen uns in der EU jetzt ein deutlich höheres Klimaziel zu, das natürlich auch Folgen für Deutschland haben wird", sagte Schulze den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben). Strom aus Wind und Sonne sei notwendig als Ersatz für fossile Brennstoffe in der Industrie, für mehr elektrische Fahrzeuge auf den Straßen und mehr Wärmepumpen zum Heizen.

"Je nach Stromverbrauch kann dafür ein Anteil von mindestens 75 Prozent erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 nötig werden", sagte die Ministerin. In jedem Fall brauche man deutlich mehr Windräder und Solaranlagen als bisher geplant. "Das sollte die Koalition jetzt schon in die EEG-Novelle einarbeiten." Bislang ist es das Ziel der Bundesregierung, dass bis 2030 65 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien kommt. Schulze plädiert zudem für eine Übergangsfinanzierung für Windkraftanlagen, deren Förderung zum Ende dieses Jahres ausläuft und die damit drohen, unrentabel zu werden. "Eine Übergangsfinanzierung für alte Anlagen, die aus der Förderung herausfallen, ist absolut notwendig", sagte die Ministerin den Funke-Zeitungen. Ein Rückbau von Windrädern, die nicht durch leistungsfähigere Anlagen ersetzt werden könnten, müsse verhindert werden. Deshalb sei es wichtig, Anlagen, die noch gut funktionieren, zu unterstützen und dafür zu sorgen, dass sie nicht vorzeitig abgebaut werden, so Schulze. "Dafür braucht es Anreize, damit sich der Weiterbetrieb für die Betreiber rechnet." Ohne die finanzielle Förderung über das EEG sind vor allem viele alte Windkraftanlagen für ihre Betreiber nicht rentabel. Zum Ende dieses Jahres überschreiten aber viele Anlagen die maximale Förderdauer von 20 Jahren. Der Bundestag berät am Freitag über eine Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Foto: Windräder, über dts Nachrichtenagentur